Ausschöpfung des unternehmerischen Potenzials der Universität Basel

17. August 2026
Schriftliche Anfrage

Die Universität Basel ist für den Forschungs-, Innovations- und Wirtschaftsstandort Basel von zentraler Bedeutung. Mit ihrer starken Forschungsbasis, insbesondere in den Life Sciences, und ihrer Einbettung in ein international bedeutendes Innovationsökosystem verfügt sie über hervorragende Voraussetzungen, wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Anwendungen, Technologien und Unternehmen zu überführen. Erfolgreiche Start-ups und Spin-offs schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung am Standort.

Die Universität hat in den vergangenen Jahren verschiedene Strukturen zur Förderung von Innovation und Entrepreneurship aufgebaut. Gemäss eigenen Angaben sind aus ihrem Umfeld bislang mehr als 100 Unternehmen und über 1’400 Arbeitsplätze entstanden. Allein 2023 und 2024 wurden jeweils 14 Start-ups gegründet. Diese Zahlen zeigen eine erhebliche unternehmerische Aktivität. Sie sagen jedoch noch wenig darüber aus, wie sich die gegründeten Unternehmen entwickeln, welche wirtschaftliche Wirkung sie entfalten und ob das vorhandene Forschungs- und Innovationspotenzial bestmöglich ausgeschöpft wird.

Auch der internationale Vergleich wirft diese Frage auf. Gemäss Redstone University Startup Index 2025 entstehen in der Schweiz durchschnittlich 6,3 Start-ups pro EUR 100 Mio. Hochschulbudget, gegenüber 8,2 im EU-/EWR-Durchschnitt. Die Ergebnisse lassen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Universität Basel zu, zeigen aber, dass auch in der Schweiz Potenzial besteht, wissenschaftliche Exzellenz noch stärker in unternehmerische Aktivität zu übersetzen.

Vor diesem Hintergrund ist von Interesse, wie die Universität Basel den Erfolg ihrer Start-ups und Spin-offs misst, welche Hürden für Forschende und Gründende bestehen und welchen Stellenwert Entrepreneurship und Wissens- und Technologietransfer in ihrer strategischen Ausrichtung sowie in der Steuerung durch die Trägerkantone einnehmen.

In diesem Sinne bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Wie hat sich die Zahl der Start-ups und Spin-offs aus dem Umfeld der Universität Basel in den vergangenen zehn Jahren entwickelt und wie beurteilt der Regierungsrat diese Entwicklung?
  2. Werden die Entwicklung und der längerfristige Erfolg dieser Start-ups und Spin-offs systematisch erfasst? Falls ja, anhand welcher Kennzahlen – beispielsweise Überlebens- und Wachstumsraten, eingeworbenes Kapital, geschaffene Arbeitsplätze oder wirtschaftliche Wertschöpfung – und welche Erkenntnisse ergeben sich daraus? Falls nein, weshalb nicht?
  3. Welche wesentlichen Hürden bestehen aus Sicht der Universität Basel und des Regierungsrats für Forschende, die wissenschaftliche Erkenntnisse kommerzialisieren oder ein Unternehmen gründen möchten? Wo bestehen insbesondere hinsichtlich IP- und Lizenzierungsbedingungen, Finanzierung, Zugang zu Infrastruktur sowie administrativen oder universitätsinternen Prozessen Herausforderungen und Verbesserungspotenzial?
  4. Welchen Stellenwert haben Entrepreneurship, Wissens- und Technologietransfer sowie Start-up- und Spin-off-Gründungen heute in der Strategie der Universität Basel? Welche konkreten Ziele und Kennzahlen bestehen in diesen Bereichen und inwiefern sind diese Bestandteil der Leistungsvereinbarungen und der strategischen Steuerung durch die Trägerkantone?
  5. Falls Entrepreneurship, Wissens- und Technologietransfer sowie Start-up- und Spin-off-Gründungen heute nicht oder nur teilweise über konkrete Ziele und Kennzahlen in der strategischen Steuerung abgebildet werden: Sieht der Regierungsrat Bedarf, diese künftig stärker zu verankern? Welche Ziele oder Indikatoren erachtet er hierfür grundsätzlich als geeignet?
  6. Welche Massnahmen bestehen beziehungsweise sind geplant, um die Rahmenbedingungen für Entrepreneurship sowie Start-ups und Spin-offs an der Universität Basel weiterzuentwickeln? Welche zusätzlichen Handlungsmöglichkeiten sieht der Regierungsrat für die Trägerkantone?

«Basler Polit-Espresso»

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    Luca Urgese

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