Erbschaftssteuer: Zu viele offene Fragen

Erbschaften über zwei Millionen Franken auf Bundesebene mit einem einheitlichen Satz von 20 Prozent besteuern – das will die Erbschaftssteuer-Initiative. Für Unternehmen soll es Erleichterungen geben. Aber welche? Jedenfalls wurde bereits festgehalten, dass die Erben einer Weiterführungsfrist von zehn Jahren unterliegen! Ansonsten gilt der 20 Prozent-Satz.

Die Initianten gehen von jährlich 3 Milliarden Franken Einnahmen aus. Der Bundesrat rechnet allerdings mit weniger, gerade weil das Ausmass der Erleichterungen für Unternehmen noch unklar ist. Unter Umständen drohen den Kantonen, die momentan über die Steuerhoheit verfügen, gar Mindereinnahmen. Diese müssen dann wieder durch Steuererhöhungen an anderen Orten aufgefangen werden. Zudem stehen noch viele offene Fragen im Raum wie zum Beispiel, ob der Kanton Schwyz, der heute gar keine Erbschaftssteuer kennt und somit auch keine Einnahmenverluste zu befürchten hat, trotzdem einen Anteil aus der Erbschaftssteuer erhält? Die Initiative ist nicht ausformuliert und lässt zu viele Fragen offen. Daher am 14. Juni 2015 ein klares Nein.

Leserbrief erschienen in der Basler Zeitung vom 18. Mai 2015.

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