10. Oktober 2019 / Artikel, Nationalratswahlen 2019

Interview mit der Basler Woche, erschienen am 3. Oktober 2019

Luca Urgese, Präsident der FDP.Die Liberalen Basel-Stadt, engagiert sich seit Jahren als liberaler und gewerbefreundlicher Grossrat dafür, dass Basel-Stadt wirtschaftsfreundlich bleibt und bessere Rahmenbedingungen bietet. Nun würde er gerne auf nationaler Ebene politisieren.

Sie verfügen als Grossrat von Basel-Stadt und Präsident der FDP.Die Liberalen Basel-Stadt über ein gutes politisches Rüstzeug. Welche Erfahrungen haben Sie in ihren politischen Ämtern und Mandaten bis jetzt gemacht?

Ich bin vielen spannenden Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen begegnet. Zugleich habe ich rasch gemerkt, dass Veränderung einen langen Schnauf braucht. Was gut ist, weil unser System robuster ist gegenüber Kurztrends. Das lehrt einen Demut vor unseren politischen Prozessen.

Wofür engagieren Sie sich als Basler Grossrat?

Dafür das jeder Mensch so leben kann, wie es ihm richtig erscheint. Mit meiner ersten Motion habe ich beispielsweise gefordert, dass Sterbehilfe-Organisationen Zugang zu Alters- und Pflegeheimen haben müssen. Das sorgte für einigen Aufruhr. Und dafür, der Wirtschaft bestmögliche Rahmenbedingungen zu geben. Dafür wurde ich zwei Mal als gewerbefreundlichster Grossrat ausgezeichnet.

Was fasziniert Sie an der politischen Arbeit besonders?

Sie ist unglaublich vielfältig. Man kommt in kurzer Zeit mit ganz vielen verschiedenen Themen in Kontakt. Dabei lernt man sehr viel. Und ich habe Freude an der politischen Auseinandersetzung.

Wo drückt politisch der Schuh in der Schweiz am meisten?

Bei den wichtigen Dossiers haben wir grossen Handlungsbedarf. Wir müssen unsere Altersvorsorge reformieren, unser Verhältnis zur EU endlich klären, das Wachstum der Krankenkassenprämien stoppen und Massnahmen gegen den Klimawandel ergreifen. Es gibt viel zu tun!

Sie kandidieren für den Nationalrat. Wieso möchten Sie ins Parlament gewählt werden?

Dank meiner Familiengeschichte weiss ich, dass die Schweiz ein Land der grossartigen Möglichkeiten ist. Mein Grossvater, aus Italien eingewandert, wurde vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum stolzen Eigenheimbesitzer. Ich will, dass die Schweiz diese Offenheit behält. Dafür will ich kämpfen.

Welches wären Ihre dringendsten Anliegen im Parlament?

Wir haben uns zu sehr an unseren Wohlstand gewöhnt. Viele vergessen, dass dieser jeden Tag aufs Neue erarbeitet werden muss. Die Konkurrenz schläft nicht. Daher will ich gegen die permanenten Angriffe auf unser erfolgreiches Wirtschaftssystem antreten und mich dafür einsetzen, dass Basel als erfolgreiche Wirtschaftsregion vorne bleibt.

Interview: Corinne Remund